ALEXANDER BRODSKY - GREY ROOM
Ausstellung im O&O DEPOT, Berlin
29.November 2012 bis 15.Februar 2013
Kuratorin: Manuela Hötzl

Alexander Brodsky (geb. 1955 in Moskau) ist einer der herausragendsten russischen Künstler und Architekten der Gegenwart. Bereits in den 70ziger und 80ziger Jahren wurde er als Vertreter der sowjetischen „Paper architects“ bekannt.


In der Mitte des Raumes steht ein Schrein, allseitig mit dünnen Plättchen aus ungebrannten Ton bekleidet. Der eintretende Besucher sieht eine geschlossene Wand aus Ton, die beim Näherkommen ein feines Netz aus waagrechten und senkrechten Sprüngen und Spalten zeigt. Vereinzelt dringt rötlicher Schimmer durch etwas breitere Fugen. Geht man um den Schrein so ist die obere Hälfte der gegenüberliegenden Fläche nach innen offen. Man blickt in einen dämmrigen Raum, Decke und Wände aus diesen Tonplättchen, der Boden aber in tiefstem Schwarz und völlig spiegelnd den Raum nach unten verdoppelnd. In der Mitte eine kleine rechteckige Insel auf der sich eine puppenkleine verkrustete Einrichtung von Tisch, Stühlen, Hocker, Kisten, Flaschen und anderem Zeug um einen offenen Kamin drängt, in dem feine Streifen aus hauchdünnem Stoff in rötlichgelben Licht flackern: Brodsky´s ’Grey Room’. Überlassen sie sich diesem Bild und lassen, während sie ins Feuer schauen, andere Bilder auftauchen und vorbeiziehen, von Vergangenem hin zu Zukünftigem.
Laurids Ortner, O&O Depot

Alle Bilder: Yuri Palmin

Alexander Brodsky
(geb. 1955 in Moskau) ist einer der herausragendsten russischen Künstler und Architekten der Gegenwart. Bereits in den 70ziger und 80ziger Jahren wurde er als Vertreter der sowjetischen „Paper architects“ bekannt. Seine damaligen Zeichnungen und Radierungen von visionären, fantastischen und zum Teil gesellschaftskritischen Architekturutopien, die er von 1972-1992 zusammen mit Ilya Utkin, zu internationalen Wettbewerben einreichte, erlangten über die Grenzen der Sowjetunion große Beachtung. Brodsky, der 1978 sein Studium am Moskauer Architektur Institut abschloss, arbeitete bis in die späten 90ziger Jahre ausschließlich als Künstler; ab 1996 außerhalb Russland, in New York. Erst im Jahr 2000 kehrte er nach Moskau zurück und erhielt seinen ersten Auftrag als Architekt: Das Sommer-Restaurant „95 degrees“. Dieses führte zur Gründung seines Büros und weiterer Aufträge, viele davon temporäre Projekte, Restaurants, Pavillons oder Architekturinstallationen. 2006 bespielte Brodsky außerdem den russischen Pavillon auf der Biennale in Venedig, 2010 erhielt er einen der höchsten Auszeichnungen Russlands für Künstler, den Kandinsky-Preis.

updated on 01 // 2016