O&O DEPOT AUSSTELLUNG
HAUS-RUCKER-CO, Blaue Scheibe

28. März bis 7. Juni 2012
Ort: Galerie O&O Depot, Berlin


Blaue Scheibe, 1986

Das Thema „öffentlicher Raum“ und die physische wie psychische Erweiterung dessen, durchzieht die Arbeiten der Künstlergruppe Haus-Rucker-Co seit Beginn ihrer Zusammenarbeit. Die Intention: Die Schärfung des Blicks, die Instrumentalisierung formaler Elemente und Veränderung der Wahrnehmung.

Blaue Scheibe: Am Glockengießerwall vor der Hamburger Kunsthalle soll mitten im Straßenverkehr eine Insel gebaut werden: Eine ovale Scheibe, 15 Grad geneigt in Richtung Kunsthalle, aufgestelzt auf 4 einfacheArbeitsgerüste. Über eine Treppe ist eine kreisrunde Öffnung in der Scheibe zu erreichen, von der sich nun soweit das Auge reicht eine weite blaue Fläche mit gekipptem Horizont ausdehnt. 3 gekrümmte Stangen lehnen an der Scheibe, gleichermaßen zufällig wie stabilisierend. In der Bodenfläche ist ein zur Scheibe kongruentes schwarzglänzendes Oval ausgeschnitten. Eine kleine Hütte mit Bank und Telefon ergänzt die Insel. Scheibe und Stangen sind blau lackiert mit hellen Kittstellen wie sie sich aus dem Glätten der Oberfläche ergeben.

Die Ausstellung
"Blaue Scheibe" zeigt drei großformatigen Wandbilder (von 2,20 bis 3,60 Meter), Zeichnungen, Skizzen, Pläne und das Originalmodell von HAUS-RUCKER-CO (1967-1992) aus dem Jahr 1986. Das Projekt wurde im Auftrag von Werner Hofmann, damals Direktor der Kunsthalle Hamburg, für den Vorplatz der Kunsthalle entwickelt. Die einmaligen Kreidezeichnungen sind in der Galerie O&O DEPOT in Berlin-Charlottenburg erstmals seit ihrem Entstehungsjahr wieder zu sehen.

Haus-Rucker-Co

Die Künstlergruppe Haus-Rucker-Co wurde 1967 von Laurids Ortner, Günther Zamp Kelp und Klaus Pinter gegründet. 1971 wurde das Team mit Manfred Ortner erweitert. 
Die Eröffnungsausstellung 1992 der Kunsthalle am Karlsplatz war gleichzeitig die erste umfassende Werkschau und die letzte gemeinsame als Haus-Rucker-Co Gruppe. Dazwischen lagen ereignisreiche Jahre mit legendären Aktionen und Installationen im öffentlichen Raum, wie mit den pneumatischen Objekten „gelbes Herz“ in einer Baugrube oder dem„Ballon für Zwei“ an der Fassade eines Hauses; unter dem Slogan „Der Prater ist geschlossen, kommen sie ins Museum“ wurde 1970 mit vielen anderen Arbeiten das „Riesenbillard“ im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien gezeigt. Als einzige Künstler wurden „Haus-Rucker-Co“ dreimal zu einer documenta in Kassel eingeladen: 1972 mit der temporären Installation am Fridericianum OASE Nr. 7 an der documenta 5, 1977 wurde der Rahmenbau anlässlich der documenta 6 errichtet und ist bis heute fixer Bestandteil des Kunstparcours; mit dem „Idealen Museum“ hat Haus-Rucker-Co 1987 bei der documenta 8 zum dritten Mal teilgenommen.
Objekte, Modelle und Zeichnungen von Haus-Rucker-Co finden sich außerdem in wichtigen europäischen Museen und Sammlungen, wie dem Centre Pompidou, dem im Museum Moderner Kunst Wien oder in der architekturspezifischen in der Sammlung des FRAC Centre in Orleans.

O&O DEPOT

Die Basis des inhaltlichen wie programmatischen Oeuvre der Galerie bildet das Archiv „Haus-Rucker-Co“. Dieses Archiv, bestehend aus über 1.000 Zeichnungen, Bildern, Fotos, Dias und Modellen, wird im O&O DEPOT aufgearbeitet, ausgestellt , vermittelt, verbreitet und mit eigenen Editionen im Kunstmarkt etabliert. Zwei Ausstellungen im Jahr werden von internationalen Künstlern, Architekten oder auch Kuratoren gestaltet, deren Input einen wichtigen Baustein in der Vermittlungstätigkeit der Galerie spielt. Jede Ausstellung wird von einer kleinen Publikation und einer Edition begleitet. Veranstaltungen, Vorträge, Diskussionen und Präsentationen ergänzen künftig das Ausstellungsprogramm.

updated on 01 // 2016